DIES & DAS, Probleme

Maddie und das Alleinbleiben

…das ist so eine Sache und wirklich schon seit langem ein riesiges Thema bei uns.

Der Anfang

Nach dem Maddie sich als kleiner Welpe bei uns einlebte, haben wir damit begonnen, sie Stück für Stück auf das Alleinbleiben vorzubereiten. Und mich nicht zu wiederholen, oder ständig aufzuzählen, was das alles beinhaltet, liste ich es euch am Ende einfach nochmal auf 🙂 Eines kann ich aber sagen: wir haben wirklich vieles ausprobiert.

Ich sage bewusst nicht alles, da es mit großer Sicherheit immer etwas gibt, dass noch nicht ausprobiert oder getestet wurde. Aber wir haben uns wirklich Mühe gegeben. Ich weiß nicht, ob wir vom ersten Tag an hätten anfangen sollen, diese Prozedur zu üben und kann im Nachhinein auch nicht genau sagen, ob wir nicht doch etwas verkehrt gemacht haben. Aber Fakt ist, dass Maddie ein riesiges Problem damit hat.

Sie reagiert immer gleich – vollkommen irrelevant, ob wir große Schritte oder wirklich die ganz kleinen Minischritte (wir sprechen hier von Sekunden) machen – jaulen, bellen, heulen, kratzen und das gerne auch mal über ein bis zwei Stunden. Letztes Jahr haben wir das Alleinbleiben noch ohne Box geübt – mit dem Ergebnis, dass Maddie die Wohnzimmer-Tür ziemlich unschön zerkratzte.

Die Stoffbox

Ich hatte mich dann nochmal viel belesen, mich mit anderen Hundebesitzern ausgetauscht und überraschenderweise überwiegend positives Feedback dazu erhalten. Eigentlich hielt ich davon nie wirklich viel von diesen Hundeboxen, da ich das Gefühl hatte, dass es den Hund in seiner Freiheit mehr einschränkt, als hilft. Aber nach langer Recherche bin ich zu dem Schluss gekommen, dass dem nicht unbedingt so ist und wir es zumindest mal testen. 

Klar, Boxen dürfen auf gar keinen Fall dafür genutzt werden, Hunde nach Lust und Laune wegzusperren. Es soll ja vorrangig darum gehen, dass sich der Hund wohl fühlt und nicht, dass der Mensch es sich mal wieder einfach macht. Daher ist auch immer die Zeit im Auge zu behalten. Es dient als Rückzugsort für Maddie, in dem sie nicht gestört wird, der ihr Sicherheit gibt, das Gefühl von Schutz eben. Wenn man es so betrachtet, ist es sich gar nicht mehr so schlimm, wie ich anfangs dachte. Im Gegenteil. Und so beschafften wir uns letztes Jahr so eine Box. Da es sich bei diesen Teilen aber leider nicht um wahre Blickfänge handelt, sie meist klobig und groß sind und trotzdem noch irgendwie in unserer Wohnzimmer passen musste, viel unsere Entscheidung auf eine Stoffbox. Nur ein Wort: Fehlentscheidung.

So richtig wohl hatte sich Maddie darin nämlich nicht gefühlt und schneller als uns lieb war, wurde die Stoffbox eines Tages in ihre Einzelteile zerlegt…gut, ganz so schlimm war es nicht, aber der Reißverschluss und das Netz vorne waren komplett zerstört. 

 

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Die Gitterbox

Neuer Versuch. Wir besprachen das Ganze mit unserer Hundetrainerin Yvonne und holten uns daraufhin eine stabile, ich würde fast behaupten unkaputtbare Gitterbox. Wir kauften ein großes, gemütliches Liegekissen, packten ihr Lieblingsspielzeug rein, ihr Fell und sie gewöhnte sich, zu unserer Überraschung, schnell daran. Nach dem Maddie dann auch das ein oder andere freiwillige Schläfchen in der Box hielt, kam Yvonne zu einer Einzelstunde zu uns nach Hause. 

Yvonne gab uns die Aufgabe, für eine gewisse Zeit nach unten vor die Haustür zu gehen, um zu beobachten, wie Maddie darauf reagiert. Sie blieb im Wohnzimmer sitzen. Nun könnte man schnell annehmen, dass Maddie ruhig blieb, weil ja jemand da war, den sie kannte. Falsch gedacht! Sie machte einen Terz und reagierte wahrscheinlich so, als wäre sie völlig alleine. Es geht bei ihr also eher um Kontrolle, als reine Verlustängste. Also bekamen wir als nächstes erst Mal die Aufgabe, das zu üben. Maddie in der Box, die Tür zu. Und es konnte dann auch gut mal zwei Stunden dauern, bis sie sich beruhigt hatte. Das wurde zum Glück aber in kürzester Zeit besser und wir konnten damit beginnen, sie in der Box, im Wohnzimmer, alleine zu lassen. Auch das klappte mit der Zeit besser und besser.

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Der nächste Schritte war es dann, vor die Wohnungstür zu gehen, bis 10 zu zählen und wieder reinzukommen. Eins, zwei, drei…weiter sind wir gar nicht gekommen und es ging wieder los. Jaulen, bellen, kratzen…nun standen wir im Flur und warteten darauf, dass Maddie die „Kette“ durchbricht und wir wieder reinkommen können. Fakt ist: Sie besitzt eine ziemliche Ausdauer. Nach einer Weile konnten wir einen ruhigen Moment nutzen und wieder in die Wohnung gehen. So oder so ähnlich sah es immer wieder aus. Maddie ist jetzt knapp 1,5 Jahre alt und kann es einfach immer noch nicht. Die Stimmung wankt regelmäßig von hoffnungsvollem Optimismus bis zur puren Verzweiflung.

Wir wohnen in einem Mehrparteienhaus, da macht man sich also nicht nur Sorgen um Hund und Haus, sondern auch um die Nachbarn. Mit denen hatten wir bis jetzt allerdings Glück und da wir uns zurzeit auch noch im Studium befinden, können wir Maddie häufig überall mitnehmen. Paradox ist, dass sie im Auto problemlos eine ganze Weile alleine bleiben kann. 

Ich wollte euch mit diesem Artikel vorerst einen kleinen Eindruck geben, was da eigentlich bei uns los und freue mich weiterhin über jeden einzelnen Ratschlag, Tipp und Trick. Also wenn ihr eine Art „Geheimrezept“ dafür habt, her damit! 😀 

 

Die folgende Liste beinhaltet alles (in Kurzfassung), was wir in Sachen Alleinbleiben schon versucht haben:

  • Leckerli geben bevor wir gehen
  • Ignorieren beim Rein- und Rausgehen
  • Belohnen/ Belobigen für’s Leise sein
  • Abmahnen beim Jaulen
  • Abstände verkürzen
  • Ohne Box / mit Box
  • Musik / Hörbuch im Hintergrund laufen lassen
  • Türen innerhalb der Wohnung schließen und Maddie nicht überall mitkommen lassen

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Wir freuen uns auf Euer Feedback!

Ein Gedanke zu „Maddie und das Alleinbleiben“

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